Macht, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im KI Zeitalter
00:00:01: Fredrickton, Kanada, Neunterjune.
00:00:05: Im Parlament der Provinz New Brunswick spricht der Abgeordnete Bill Oliver.
00:00:10: Es geht um Leistbarkeit und Preise um das Leben der Leute Und mitten in seiner Rede liest er das hier vor.
00:00:18: Hier ist eine natürliche, fließendere Fassung dieses Abschnittes die eher wie eine Parlamentsrede klingt als wie eine Reihe kurzer Punkte.
00:00:39: Das war keine Rede!
00:00:41: Das war die Anweisung an der Maschine, die die Rede geschrieben hat.
00:00:46: Später sagte Oliver beim Ausdruck und der Entfassung seien die KI-Anweisungen nicht entfernt worden und er habe sie mitgesprochen Er habe eine wichtige Lektion gelernt.
00:00:58: Im Netz forderten viele seinen Rücktritt.
00:01:01: Wir wissen davon, weil er den Beweis mitgeliefert hat.
00:01:04: Die meisten liefern ihn nicht mit.
00:01:08: Herzlich willkommen im Denkraum!
00:01:10: Mein Name ist Georg Redlammer Teil vier und damit der Schluss dieser Reihe.
00:01:16: In Teil eins ging es um die Stimme und um die Frage ob eine Betonung richtig ist.
00:01:22: Heute geht dieselbe Frage aufs Papier.
00:01:25: Steht hinter den Worten jemand, der etwas gemeint hat?
00:01:30: Zweimal dieselbe frage einmal im Ohr Einmal auf dem Blatt.
00:01:35: Und meine These für heute?
00:01:37: Die Aufregung über KI-Texte tarnt sich als technische Frage!
00:01:42: Kann man sie erkennen?
00:01:44: In Wahrheit ist es eine Vertrauensfrage.
00:01:48: Fangen wir mit dem an, was jeder zu wissen glaubt – die Merkmale Das Muster nicht x sondern y der Dreierschlag drei Adjektive im Gleichschritt setze die Bedeutungsschwer klingen und nichts Konkretes sagen.
00:02:03: Vergleiche, die schief sind weil sie aus dem Durchschnitt vieler Vergleiche stammen.
00:02:09: Und die Gleichförmigkeit bei der jeder Satz ungefähr gleich lang ist als hätte ein Metronom mitgeschrieben.
00:02:17: Damit du es hörst und nicht glaubst lese ich dir jetzt eine Passage vor.
00:02:21: Ich habe sie für diese Folge bauen lassen.
00:02:24: Sie ist kurz, sie ist glatt und handelt von nichts.
00:02:30: In einer Zeit rasanten Wandels stehen Unternehmen vor der Aufgabe, Innovation und Verantwortung in Einklang zu bringen.
00:02:39: Künstliche Intelligenz ist dabei nicht nur ein Werkzeug sondern ein Katolisator für neue Denkweisen.
00:02:46: Entscheidend ist eine ganzheitliche Ansatz der Technologien Menschen- und Prozesse gleichermaßen berücksichtigt.
00:02:53: so entsteht einen nachhaltiger Mehrwert für alle Beteiligten.
00:02:57: Viersätze ungefähr gleich lang kein Name keine Zahl kein Jahr Kein Ort.
00:03:06: Das Muster nicht nur x, sondern y steht drinnen.
00:03:09: Die Dreiergruppe steht drin Technologie Menschen und Prozesse.
00:03:14: Und am Ende ein Mehrwert für alle Beteiligten Was in etwa so viel heißt wie Für niemanden Wäre ich böse würde ich sagen?
00:03:24: Das waren die Sätze eines Politikers.
00:03:28: Du kannst dem Absatz nicht widersprechen!
00:03:31: Das ist kein Kompliment.
00:03:32: Ein Text den man nicht widerschbrechen kann hat nichts behauptet.
00:03:37: und dann der lange Gedankenstrich den viele für den sichersten Beweis halten.
00:03:43: Der Economist hat das gemessen, die Analyse trägt im Titel How to Spot AI Writing und wertet fifty-fünfzigtausend neunhundertvierzig Sätze und rund ein Komma zwei Millionen Wörter aus.
00:03:58: verglichen wurden vier Modelle.
00:04:01: Ergebnis für den Gedankenstriche er taugt nicht mehr.
00:04:05: Nur ein Modell setzt ihn häufiger als Menschen.
00:04:09: Ein anderes setzt ihn seltener, als fast jeder menschliche Autor.
00:04:14: Der sicherste Marker von gestern ist heute ein Zufallsgenerator.
00:04:19: Das ist allerdings an englischen Texten gemessen.
00:04:22: Für deutsche Proser ist die Datenlage dünner und wer die englische Zahlen unbesehen übernimmt macht denselben Fehler wie der Detektor um den es gleich geht.
00:04:33: Zweitens ich habe den Gedankenstrich in meinen eigenen Schreibregeln längst gestrichen.
00:04:39: Nicht wegen der KI, sondern weil ich ihn nicht mag!
00:04:43: Das ist die unangenehme Wahrheit über alle diese Merkmale.
00:04:48: Sie beschreiben einen Stil Kein Herkunft und Stil kann jeder lernen auch eine Maschine Und vor allem auch ein Mensch Der zufällig glatt schreibt Nun zur Technik.
00:05:03: Es gibt Werkzeuge die Versprechen KI Texte zu erkennen.
00:05:08: Das derzeit bester Markt heißt Pangramm, die Firma gibt ihre Fehlalarmquote mit etwa ein zu zehntausend an.
00:05:17: also Null Komma Null Ein Prozent je nach Textsorte zwischen Null Prozent bei Drehbüchern und Null Kommer Dreiundzwanzig Prozent bei Kochrezepten.
00:05:28: zum Vergleich nennen sie Tornitin mit Null Kummer Einen Fünfzig Prozent KopiLeaks mit Null Komma Zwei Prozent.
00:05:37: Wichtig, das sind Firmenangaben kein unabhängiger Test!
00:05:42: Im August zwanzig sechsundzwanzig hat der amerikanische Autor Freddy DeBur dagegen gehalten und sein Argument ist stärker als jede Statistik.
00:05:53: Sprachmodelle sind oft menschlichen Texten trainiert also stammen ihre Muster von Menschen.
00:06:00: Also kann ein Mensch dieselben Muster produzieren.
00:06:03: Fehlerlarme sind damit nicht ein Betriebsunfall.
00:06:06: Sie sind unvermeidlich!
00:06:10: Er hat es vorgeführt mit einem eigenen Text über Homeoffice, den das Werkzeug zu hundert Prozent als KI-Einstufte.
00:06:18: aber und daran hängt die ganze Sache.
00:06:22: Er kann nicht beweisen dass er ihn selbst geschrieben hat.
00:06:26: Das ist die Falle.
00:06:28: Wer beschuldigt wird hat keine Verteidigung.
00:06:31: Du kannst nicht belegen dass du gedacht hast und die Zahl klingt harmlos, bis du sie hochrechnest.
00:06:40: Null Komma Null.
00:06:41: Ein Prozent bedeutet bei Zehntausend geprüften Arbeiten eine falsche Beschuldigung.
00:06:48: Bei einer Universität mit Hunderttausend Abgaben im Jahr sind es zehn Menschen denen zu Unrecht Betrug vorgeworfen wird.
00:06:58: Und es trifft nicht zufällig.
00:07:00: Es trifft die die Formelhaft schreiben die in einer zweiten Sprache erschreiben.
00:07:07: Ein Detektor erkennt keine Autorenschaft, er erkennt eine Oberfläche.
00:07:16: Für deutsche Texte ist die Lage wie gesagt schlechter als für Englische.
00:07:20: In den Sammlungen die dazu kursieren werden Erkennungsquoten von sechzig bis siebzig Prozent genannt.
00:07:27: Ich nenne diese Zahl auch mit Vorbehalt weil ich die Premierstudie dahinter nicht gefunden habe.
00:07:32: Die Richtung ist aber unstrittig – die Präzision nicht.
00:07:35: Und jetzt muss ich über mich reden, zum vierten Mal in dieser Reihe.
00:07:41: Ich habe ein Handbuch geschrieben für mich.
00:07:44: es heißt menschlich schreiben.
00:07:46: darin stehen zwölf Muster an denen man KI-Prose erkennt mit Gegenmitteln Satzlängen ungleich bauen konkret werden bis zum Eignamen Haltung zeigen etwas offen lassen.
00:07:59: Ich halte das für gutes Handwerk.
00:08:01: Es ist auch eine Anleitung jeden Detektor auszutricksen.
00:08:06: dieselben Regeln, die einen Text besser machen.
00:08:10: Machen ihn unauffindbar!
00:08:13: Ich kann das nicht trennen und ich habe es lange versucht.
00:08:17: Im KI-Podcast von Gregor Schmalzried und Fritz Espenlaub gibt es dazu ein Experiment dass mich nicht loslässt.
00:08:25: Sie ließen eine KI einen Text so lange umschreiben bis er durch den Detektor kam.
00:08:32: Das hat funktioniert Und am Ende war der Text schlechter weil alles herausgefallen war, was Bedeutung trug.
00:08:40: Das ist die einzige gute Nachricht des Tages!
00:08:44: Wer nur der Erkennung entkommen will verliert genau das, wofür mein Texte schreibt.
00:08:51: Löse ich diesen Widerspruch auf?
00:08:53: Nein... Ich schreibe seit Jahren zuletzt ein bisher unveröffentlichtes Buch über KI.
00:09:00: beim Schreiben merke ich es an einer Kleinigkeit bei einem Absatz zu glatt gerät, war ich so schnell?
00:09:06: dann fehlt der Satz, an dem ich mich selbst gestoßen habe.
00:09:10: Ein Text in dem sich der Autor nirgends gestoßend hat ist verdächtig und zwar unabhängig davon wie er ihn getippt hat.
00:09:21: Meine wichtigste Position hier Kai im Schreiben ist nicht an sich unredlich.
00:09:28: Wer selbst recherchiert, selbst denkt einen Entwurf schreibt und die Maschine glätten lässt hat eigene Gedanken.
00:09:37: Sie klingen nur nach Maschine und es gibt Texte, die keinen Autor brauchen.
00:09:42: Eine Bedienungsanleitung zum Beispiel für einen Toaster braucht keine Haltung.
00:09:46: sie braucht Richtigkeit.
00:09:49: eine schlechtgeschriebene Rede kann durch eine Maschine besser werden Und dann hat der Zuhörer mehr davon.
00:09:57: Die Grenze liegt nicht am Werkzeug.
00:10:00: sie liegt an zwei Fragen Stimmt der Inhalt?
00:10:04: Und trägt ein Mensch die Verantwortung?
00:10:08: Wer das ernst nimmt, kommt zu einer unbequemen Folgerung.
00:10:12: Ein sorgfältig geprüfter Text an dem eine Maschine mitgearbeitet hat ist mehr wert als ein Handgeschrebener den niemand nach recherchiert hat.
00:10:25: Wenn die Technik es nicht entscheidet, entscheidet es jemand anderer!
00:10:29: Seit dem zweiten August zwanzig sechsundzwanzig gilt in der Europäischen Union Artikel fünfzig der KI-Verordnung.
00:10:37: Für Texte ist die Regel schärfer, als die Schlagzeilen es sagten und milder zugleich.
00:10:44: KI erzeugte Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren müssen als solche offengelegt werden.
00:10:55: Die Pflicht entfällt allerdings wenn drei Dinge zusammenkommen Eine wesentliche menschliche Überprüfung eine redaktionelle Kontrolle und eine natürliche oder juristische Person, die die redaktionelle Verantwortung trägt.
00:11:13: Rechtschreibkorrektur genügt ausdrücklich nicht.
00:11:18: Künstlerische, kreative, satirische und fiktionale Werke sind ausgenommen.
00:11:25: Diese Angaben stammen aus der Aufbereitung der Fraunhofer Akademie zu Artikel fünfzig.
00:11:33: In keiner der drei Bedingungen steht wie der Text entstanden ist.
00:11:38: In allen drei steht, wer dafür gerade steht.
00:11:43: Das Gesetz hat die Frage verschoben vom Werkzeug zur Verantwortung und damit landet es genau dort wo diese Reihe seit Teil eins hin wollte.
00:11:55: Bill Oliver hat das übrigens selbst bewiesen.
00:11:59: Sein Fehler war nicht dass eine Maschine mitgeschrieben hat.
00:12:02: sein Fehler war dass er den Text nicht gelesen hat den er als seinen ausgab.
00:12:09: In Teil drei habe ich dir einen Satz vorgelesen, den ich für die Computerstimme geschrieben hatte.
00:12:15: Mir fehlt was du Empathie nennst.
00:12:19: Ich klinge als ob Jetzt drehe es um Stelle vor!
00:12:24: Ich lese dir eine Passage vor Die Warem klingt Konkret mit Haltung Mit einem Bild das sitzt.
00:12:32: Du hörst deinen Menschen Und sie kommt aber aus einer Maschine.
00:12:38: Bei der Stimme kannst du es hören wenn du genau hingehört hast.
00:12:42: Beim Text kannst Du es nicht lesen, die Merkmale sind veraltet bevor Du sie gelernt hast und der Detektor irrt sich an den Falschen.
00:12:54: Bleibt eine einzige Frage steht jemand dafür gerade?
00:12:59: Das ist keine technische Frage.
00:13:02: Die Technik kann Sie nicht beantworten also musst Du es tun!
00:13:08: Und auch ich zwei Fragen zum Schluss dieser Reihe.
00:13:13: erstens wenn du nicht mehr erkennen kannst, wie ein Text entstanden ist.
00:13:19: Woran machst Du Dein Vertrauen dann fest?
00:13:22: Am Namen, am Medium oder daran ob jemand haftet?
00:13:30: Zweitens und die geht an Dich als Schreibenden!
00:13:35: Wo verläuft Deine eigene Grenze beim Recherchieren, beim Formulieren, Beim Denken und hast Du sie je aufgeschrieben oder verschiebt sie sich still, jedes Mal ein Stück.
00:13:52: Vier Teile eine Frage Die Stimme Das Muster Der Widerspruch Der Text.
00:14:00: Ich habe in dieser Reihe mehr über mich gelernt als über die Technik und das war aber nicht der Plan.
00:14:07: Was bleibt ist eine Regel die ich mir selbst gebe.
00:14:11: Ich sage was ich benutze.
00:14:13: Ich stehe für jeden Satz gerade den ich veröffentliche Und wenn ich das nicht kann, veröffentliche ich ihn nicht.
00:14:23: Bis zum nächsten Mal im Denkraum.
00:14:26: Wenn dir diese Reihe etwas gegeben hat, teile sie!
00:14:29: Wenn du andere Meinung bist, schreibe mir!
00:14:33: Lass ja aber in jedem Fall deinen Denkraum offen.