DER DENKRAUM

DER DENKRAUM

Macht, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im KI Zeitalter

DER MENSCH, KI UND ICH

DER MENSCH, KI UND ICH

Ich bin 1966 geboren. Analog aufgewachsen. Heute, sechzig Jahre alt, sitze ich vor einem Modell, das in drei Sekunden weiß, was ich in einer halben Stunde recherchiert hätte. In dieser Folge ordne ich ein, was ich in den letzten zwei Folgen aus fünf Stimmen gehört habe. Wo ich Leo XIV. zustimme. Wo ich widerspreche. Drei eigene Maximen für den Umgang mit künstlicher Intelligenz. Und eine bewusste Provokation. 1633 stand Galileo Galilei vor der Inquisition. Wenn ein Kirchenoberhaupt 2026 eine Verlangsamung der KI fordert, entbehrt das nicht einer gewissen Ironie. Am Schluss die ehrlichen Antworten auf zwei Fragen, die ich in den letzten Folgen offen gelassen habe. Bin ich Verbündeter oder Mittäter. Warum höre ich überhaupt zu. Folge drei und Abschluss der Trilogie.

DiE WELT, KI UND ICH

Am 30. April 2026 saßen in einem geschlossenen Raum in Manhattan Manager von OpenAI und Anthropic. Ihnen gegenüber sieben religiöse Vertreter. Auf dem Tisch lag eine Frage. Wie soll künstliche Intelligenz sich verhalten. In dieser Folge stelle ich vier Männer vor, die zur KI sprechen und auf die viele hören. Bartholomäus I. von Konstantinopel mit seiner Warnung vor der Robotokratie. Kirill von Moskau mit der Forderung nach einer orthodoxen KI. Ahmed al-Tayyeb von Al-Azhar mit dem Dialog mit dem Vatikan. Und der vierzehnte Dalai Lama mit Mitgefühl als Bedingung für Technik. Am Schluss zurück nach New York, zum Faith-AI Covenant, und zu der Frage, ob diese Männer miteinander sprechen oder ob sie gerade einzeln eingekauft werden. Folge zwei einer Trilogie.

DER PAPST, KI UND ICH

Am 15. Mai 2026 hat Papst Leo XIV. seine erste Sozialenzyklika unterzeichnet. Magnifica Humanitas, vierundvierzig Seiten, zweihundertfünfundvierzig Absätze. Mich interessiert dieser Text nicht aus Glaubensgründen. Mich interessiert er, weil ein Mann ihn unterzeichnet hat, dessen Wort eine Komma vier Milliarden Menschen erreicht. Und weil er Sätze schreibt, die scharf sind. Über die Arbeit. Über die neue Sklaverei in den Datenfabriken. Über autonome Waffen. In dieser Folge stelle ich die drei härtesten Stellen vor. Aber ich nicke nicht. Ich zeige drei innere Widersprüche der Enzyklika auf. Und ich lasse eine Frage offen, die mich selbst betrifft. Bin ich Verbündeter dieses Tempos, oder Mittäter. Folge eins einer Trilogie

KI infiltriert die Medien

Tarek Leitner hat beim von mir mitinitiierten und erdachten AI next Symposium am 15. April 2026 in Linz eine der unbequemsten Fragen unserer Zeit ins Zentrum gestellt. Was können wir noch glauben, wenn Texte, Bilder und Videos täuschend echt generiert werden, wenn Manipulation nicht mehr auffällt, sondern sich nahtlos in den Nachrichtenfluss einfügt. Tarek Leitner zeigt, wie KI Medien verändert, wie Desinformation funktioniert und warum journalistische Verantwortung unter völlig neuen Bedingungen steht. Es geht nicht nur darum, was technisch möglich ist, sondern darum, welche Fragen wir stellen müssen, um Wahrheit von Inszenierung zu unterscheiden. Wie erkennen wir Glaubwürdigkeit neu, welche Rolle spielen Redaktionen, Plattformen und wir selbst als Publikum. Kein Alarmismus, sondern eine Einladung zur kritischen Medienmündigkeit im Zeitalter künstlicher Intelligenz.

Wem vertrauen wir noch?

Dieser Denkraum bringt die Podiumsdiskussion vom AI next Symposium am 15. April 2026 in Linz, das ich mitinitiiert und erdacht habe, in voller Länge. Vier Stimmen, eine Stunde, moderiert von Claudia Reiterer. Konrad Paul Liessmann konfrontiert die KI-Euphorie mit unbequemen Fragen. Tarek Leitner zeigt, was generative KI mit Wahrheit und Bildjournalismus macht. Roland Pucher berichtet aus der Cyber-Security-Praxis, was Deepfakes für Justiz und Strafverfolgung bedeuten. Rene Riedel widerspricht Liessmanns Vertrauensbegriff offen und argumentiert für Vertrauen auch gegenüber digitaler Technologie. Verhandelt werden die harten Fragen unserer Zeit. Wem vertrauen wir noch, wer trägt Verantwortung, wenn eine KI entscheidet, was passiert mit Demokratie, wenn ein Avatar im Ministerrat sitzt, und warum erschüttern uns Deepfakes, obwohl Herrscherporträts seit Jahrhunderten die Wirklichkeit umdeuten. Du hörst die Diskussion ungekürzt.

Geld, Macht, Standort

Diese folge des Denkraum bringt die Wirtschaftspodiumsdiskussion vom AI next Symposium am 15. April 2026 in Linz, das ich mitinitiiert und erdacht habe, in voller Länge. Fünf Stimmen, eine Stunde, moderiert von Claudia Reiterer. Alexander Pröll, Staatssekretär für Digitalisierung im Bundeskanzleramt. Sepp Hochreiter, KI-Forscher in Linz und Mitgründer von NXAI, der live erklärt, warum sein neues Modell in den USA bereits am Markt ist und in Europa nicht. Doris Lippert, die Frau hinter der KI-Landkarte für Österreich. Christoph Knogler, CEO von KEBA und Co-Leiter der KI-Taskforce der Industriellenvereinigung. Manuel Moser von Cancom. Diesmal geht es nicht um Philosophie, sondern um Geld, Macht und Standort. Verhandelt werden AI Act und Innovation, Talentabwanderung, digitale Souveränität im Vergaberecht, Risikokapital, Rechenzentren, Energieverbrauch und die europäische Fehlerkultur. Am Ende die Frage, welche Entscheidung Du niemals einer KI überlassen würdest. Du hörst die Diskussion ungekürzt.

Kann KI aus Linz Europas Wirtschaft retten?

Sepp Hochreiter hat beim von mir mitinitiierten und erdachten AI next Symposium am 15. April 2026 in Linz eine Frage gestellt, die weit über Technologie hinausgeht. Kann KI, entwickelt in Linz, den europäischen Wirtschaftsstandort sichern und stärken? Hochreiter ist Vorstand des Instituts für Machine Learning an der JKU Linz, Miterfinder des LSTM und Mitgründer des Linzer KI-Unternehmens NXAI. Er verbindet Grundlagenforschung mit der Realität in Industrie und Wirtschaft. In seiner Keynote geht es um Produktivität, Wertschöpfung und Verantwortung. Wo schafft KI echten wirtschaftlichen Nutzen, wo sind Erwartungen überzogen, welche Entscheidungen müssen jetzt fallen. Keine Heilsversprechen, sondern ein klarer, analytischer Blick auf das, was möglich ist und was nicht. Du hörst die Keynote ungekürzt.

Mensch sein im Zeitalter der KI

Einer der bedeutendsten Philosophen der Gegenwart im deutschsprachigen Raum, Konrad Paul Liessmann hat beim AI next Symposium am 15. April 2026 in Linz einen Vortrag gehalten, der die KI Euphorie nicht schont. Du hörst diese Folge ungekürzt. Liessmann hält einen unbequemen Spiegel vor. Nicht die Maschine ist das Problem, sondern der Mensch, der bereitwillig aufhört, selbst zu denken. Eine Maschine verarbeitet Wissen, sie versteht nichts, trägt keine Verantwortung, kennt keinen Zweifel. Wer ihr Urteilskraft zuschreibt, macht das eigene Denken zur Nebensache. Moderiert wurde der Tag von Claudia Reiterer. Sie eröffnet mit einer Metapher, die ich für die Urteilskraft der KI entwickelt habe, der Trump Tower Aufzugsillusion. Im Zeitalter der KI entscheidet sich Menschsein nicht an Rechenleistung, sondern daran, ob wir Denken, Verantwortung und Sinn weiterhin selbst übernehmen oder bequem delegieren.

Warum KI lügt, ohne es zu wissen

Ein Bekannter hat ChatGPT zweimal ausprobiert, zweimal Falsches bekommen und KI komplett abgeschrieben. Verständlich, aber der falsche Schluss. In dieser Folge schauen wir uns an, was hinter den sogenannten Halluzinationen steckt, warum Sprachmodelle keine denkenden Maschinen sind und was die aktuelle Forschung von Stanford und KPMG über unser Vertrauen in diese Systeme sagt. Spoiler: 66% nutzen KI regelmäßig, aber nur 46% vertrauen ihr. Und mehr als die Hälfte prüft die Ergebnisse nicht. Wir reden darüber, warum KI bei Jura fast 90% Fehlerquote hat, bei Zusammenfassungen aber unter 2% liegt, und was das für deinen Umgang mit diesen Tools bedeutet.

Was Macht mit Menschen macht

Macht verändert das Gehirn. Das ist keine Metapher, das ist Neurowissenschaft. Dacher Keltner hat an der UC Berkeley 20 Jahre lang erforscht, was passiert, wenn Menschen Macht bekommen: Die Spiegelneuronen, die für Empathie zuständig sind, werden messbar gedämpft. Wir steigen auf, weil wir zuhören, verstehen, Allianzen bilden. Und sobald wir oben ankommen, verlieren wir genau diese Fähigkeiten. In dieser Folge zieht Georg Redlhammer eine Linie von Machiavellis "Der Fürst" aus dem Jahr 1513 über das Power Paradox der modernen Hirnforschung bis zu konkreten Fällen: die Chatprotokolle rund um Thomas Schmid und Sebastian Kurz, die Brucknerhaus Affäre um Klaus Luger in Linz, Udo Prokschs Club 45 im Hinterzimmer des Demel, und Trumps systematische Demontage von Kontrollinstanzen in den USA ab 2025. Das Muster ist immer dasselbe, egal ob Hinterzimmer oder Smartphone: Macht isoliert von der Realität. Und die Betroffenen merken es nicht. Im Denkraum stellt Georg am Ende die Frage, die wir bei Wahlen fast nie stellen: Nicht welche Regeln brauchen wir, sondern nach welchen Kriterien wählen wir die Menschen aus, denen wir Macht geben?